Nuklearmedizin

Henri Becquerel entdeckte 1896, dass Uranium in der Lage ist, einen Film zu schwärzen. Marie und Pierre Curie gaben 1898 diesem Phänomen den Namen „Radioaktivität“. Hiermit war die Basis für die Nuklearmedizin geschaffen. Vergleichbar mit der Radiologie werden in der Nuklearmedizin Organe oder Organsysteme mithilfe von Strahlen abgebildet. Darüber hinaus können mit Strahlen Funktionsstörungen von bestimmten Organen, Entzündungen oder bösartige Tumore behandelt werden.

Im Gegensatz zur Radiologie werden die benötigten Strahlen nicht in einer Röntgenröhre erzeugt, sondern in Form einer leicht radioaktiven Flüssigkeit zumeist in eine Armvene appliziert. Da die zur Untersuchung benutzten Gammakameras keine Strahlen produzieren, können sie die eingespritzte und den Körper wieder verlassende Strahlung detektieren und in ein Foto umsetzen. Für die Strahlenbelastung des Patienten ist es somit irrelevant, ob nur ein oder mehrere Fotos gemacht werden.

Folgende Untersuchungen bieten wir Ihnen im Rahmen der Nuklearmedizin an:

Skelettszintigraphie

Diese Untersuchung stellt eine sehr sensitive Methode dar, um Erkrankungen des Knochenapparats festzustellen.

Anwendung

Hierzu wird eine sehr kleine Menge eines radioaktiven Kontrastmittels in eine Armvene injiziert. Nach einer etwa dreistündigen Einwirkzeit werden die erforderlichen Aufnahmen eines oder mehrerer Skelettelemente angefertigt, was maximal 30 Minuten dauert. Während der Wartezeit darf die Praxis bei Bedarf verlassen werden. Um die Bildqualität zu verbessern, muss während der Wartezeit als Minimum 1 Liter getrunken werden (Wasser u. Ä.).

Manchmal kann es erforderlich sein, dass direkt während der Kontrastmittelinjektion schon Aufnahmen (sogenannte Frühaufnahmen) gemacht werden, was etwa fünf Minuten in Anspruch nimmt. Auch in diesem Fall werden Aufnahmen nach etwa drei Stunden gemacht.

Vorbereitung

Keine

Dauer

Untersuchung eine halbe Stunde; Wartezeit 2–4 Stunden (außerhalb der Praxis).

 

Nebenwirkungen

Das Kontrastmittel ist ungefährlich, daher sind Nebenwirkungen nicht zu erwarten.

Besonderes

1–1,5 l Flüssigkeit müssen während der Wartezeit getrunken werden.

Vorbereitung

keine

Dauer

Untersuchung ½ Stunde; Wartezeit 2 - 4 Stunden (außerhalb der Praxis).

Nach­behandlung

Keine

Schilddrüsensonographie

Zum Nachweis von Schilddrüsenvergrößerungen sowie Gewebeveränderungen wie Knoten, Zysten und Entzündungen der Schilddrüse.

Anwendung

Sie werden aufgefordert, den Hals frei zu machen und auf einer Liege Platz zu nehmen. Für eine optimale Untersuchung ist es erforderlich, sehr flach mit überstrecktem Hals zu liegen. Falls Sie dieses, z. B. wegen Rückenproblemen oder anderer Beschwerden, nicht vertragen, weisen Sie den untersuchenden Arzt bitte darauf hin, sodass eine für Sie besser zu tolerierende Lage ausgewählt werden kann. Sobald Sie richtig positioniert sind, wird eine kleine Menge Gel auf den Hals aufgetragen. Der Arzt tastet anschließend mit einer Echosonde den Hals systematisch ab, was im Allgemeinen schmerzfrei vonstattengeht. Bei der Echosonde handelt es sich um ein kleines Gerät, das Schallwellen in den Hals sendet und die zurückkehrenden Echowellen wieder auffängt. Die Schwächung des Echosignals setzt ein Computer in ein Bild um, das den Gewebeaufbau des untersuchten Organs – in diesem Falle der Schilddrüse – repräsentiert. Das Bild wird direkt auf einen Monitor projiziert, sodass das Ergebnis sofort mit Ihnen besprochen werden kann.

Vorbereitung

Keine

Nebenwirkungen

Keine

Vorbereitung

keine

Dauer

Wenige Minuten

Nach­behandlung

Keine

Schilddrüsenszintigraphie

Zur Differenzierung von Schilddrüsenknoten und Funktionsstörungen der Schilddrüse.

Anwendung

Der Arzt oder Assistent wird vor der Untersuchung eine sehr kleine Menge eines radioaktiven Materials in eine Armvene injizieren, das sich fast ausschließlich in der Schilddrüse einlagert. Nach 20 Minuten Einwirkzeit hat die Schilddrüse eine ausreichende Menge davon aufgenommen, sodass nun das Foto gemacht werden kann. Hierzu fordert man Sie auf, sitzend vor einer speziellen Kamera Platz zu nehmen. Die Aufnahme dauert insgesamt fünf Minuten. Während dieser Zeit muss der Kopf unbedingt still gehalten werden, um ein Verwackeln der Aufnahme zu vermeiden. Atmen und Schlucken sind selbstverständlich erlaubt.

Vorbereitung

Die Einnahme der Medikamente, die bei Schilddrüsenüberfunktion Verwendung finden (z. B. Thyrozol, Carbimazol, Favistan u. Ä.), muss zwei Tage vor der Untersuchung eingestellt werden.

Dauer

35 Minuten (einschließlich Einwirkzeit des Kontrastmittels, ausschließlich Wartezeit)

Nebenwirkungen

Die Untersuchung ist ungefährlich, daher sind Nebenwirkungen nicht zu erwarten.

Vorbereitung

Wenige Minuten

Dauer

35 Minuten (einschließlich Einwirkzeit des Kontrastmittels, ausschließlich Wartezeit)

Nach­behandlung

Keine

Schilddrüsenfunktion

Die Schilddrüsenfunktionsuntersuchung dient dem Nachweis und der Differenzierung von Schilddrüsenfunktionsstörungen.

Anwendung

Bei dieser Untersuchung handelt es sich ausschließlich um Bluttests. Zunächst findet eine erste Blutabnahme statt, wobei direkt im Anschluss über die gleiche Injektionsnadel ein körpereigenes Hormon (TRH-Test) injiziert wird. 30 Minuten später folgt eine zweite Blutabnahme, die die Untersuchung beendet.
Da die Blutproben zuerst im Labor untersucht werden müssen, können Sie das Ergebnis nicht sofort erfahren. Es wird dem überweisenden Arzt schriftlich mitgeteilt. Etwa 8–10 Tage nach der Untersuchung können Sie die Ergebnisse bei Ihrem Arzt erfragen.

Vorbereitung

Keine

Dauer

Wenige Minuten

Nebenwirkungen

Nach dem Einspritzen des Hormons können innerhalb von Sekunden eventuell plötzliche Gesichtsrötungen, Geschmacksveränderungen oder Blasenandrang auftreten. Diese Nebenwirkungen sind jedoch ungefährlich und halten etwa eine Minute an.

Vorbereitung

Wenige Minuten

Dauer

30 Minuten

Nach­behandlung

Keine

Herzszintigraphie / Myokardszintigraphie

Bei dieser Untersuchung geht es um die Frage, ob die Herzkranzgefäße ausreichend durchgängig sind oder ob eine sogenannte Herzkranzgefäßerkrankung vorliegt

Anwendung

Hierbei handelt es sich um eine indirekte Methode, wobei eine sehr kleine Menge radioaktives Kontrastmittel in eine Armvene injiziert wird. Nach einer etwa halbstündigen Wartezeit werden dreidimensionale Aufnahmen hergestellt, die den Herzmuskel sichtbar machen. Dadurch kann die Durchblutung des Herzmuskels beurteilt werden, sodass indirekt Informationen über die Durchgängigkeit der Kranzgefäße gewonnen werden. Die Untersuchung findet in zwei Schritten statt, wobei zum einen die Durchblutung des Herzmuskels in Ruhe und zum anderen mithilfe eines Belastungs-EKGs erfolgt. Patienten, die aus bestimmten Gründen nicht ausreichend mit dem Fahrrad fahren können, werden alternativ mit einem Medikament belastet, das auf den Herzmuskel die gleiche Auswirkung hat wie Fahrradfahren.

Vorbereitung

Drei Tage vor der Untersuchung muss ein eventuell benutzter Betablocker abgesetzt werden. Im Zweifelsfall fragen Sie bitte bei Ihrem behandelnden Arzt nach, ob Sie einen Betablocker benutzen.

Ab 24.00 Uhr des Vorabends nüchtern bleiben und ein fettreiches Frühstück mitbringen. Für insulinabhängige Diabetiker gilt, dass ein leichtes Frühstück (ohne Kaffee/Tee) eingenommen werden darf und die Hälfte der normalen Insulindosis gespritzt wird. Auch hier bitte bei etwaigen Zweifeln mit dem behandelnden Arzt Rücksprache halten und bei der Terminabsprache deutlich vermelden, dass Sie Diabetiker sind, damit Sie einen besonders frühen Termin bekommen.

Dauer

Ruheuntersuchung 1–1½ Stunden (ausschließlich Wartezeit)
Belastungsuntersuchung 1½–2 Stunden (ausschließlich Wartezeit)

Nebenwirkungen

Das Kontrastmittel ist ungefährlich, daher sind Nebenwirkungen nicht zu erwarten. Während des Belastungs-EKGs stehen Sie unter ständiger Aufsicht eines erfahrenen Arztes.

Vorbereitung

keine

Dauer

1 - 2 Stunden

Nach­behandlung

Keine

Lungenperfusion

Die Lungenperfusionsszintigraphie findet Anwendung zum Nachweis/Ausschluss einer Lungenembolie. Auch bei einer geplanten Lungenoperation (Resektion) kann mittels dieser Untersuchung die Operabilität beurteilt werden.

Anwendung

Zuerst wird eine sehr kleine Menge eines radioaktiven Materials in eine Armvene injiziert. Währenddessen fordert man Sie auf, einige Male (4–5 Mal) maximal ein- und auszuatmen. Anschließend werden Sie gebeten, auf einem Hocker vor einer speziellen Kamera Platz zu nehmen. Nun findet die Abbildung der Lungen in vier Richtungen statt, wobei jede Aufnahme etwa eine Minute in Anspruch nimmt. Für eine gute Bildqualität ist es unbedingt erforderlich, dass Sie während der Aufnahme vollkommen still sitzen. Natürlich können Sie normal weiteratmen.
Nach der Entwicklung der Aufnahmen werden die Ergebnisse direkt durch den untersuchenden Arzt mit Ihnen besprochen.

Vorbereitung

Keine

Nebenwirkungen

Die Untersuchung ist ungefährlich, daher sind Nebenwirkungen nicht zu erwarten.

Vorbereitung

Wenige Minuten

Dauer

5 Minuten

Nach­behandlung

Keine

Lungenventilation

Die Lungenventilationsszintigraphie dient der Bestätigung einer vermuteten Lungenembolie.

Anwendung

Zunächst fordert die Assistentin Sie auf, auf einem Stuhl Platz zu nehmen. Anschließend bekommen Sie von ihr eine sogenannte Nasenklemme aufgesetzt, die dafür sorgt, dass nicht durch die Nase geatmet werden kann. Danach reicht sie Ihnen einen Schlauch mit einem Mundstück, der nun mit dem Mund fest umschlossen werden muss. Durch den Schlauch atmen Sie dann für 8–10 Minuten normale Luft ein, der eine kleine Menge radioaktiver Partikel beigemischt ist. Die kleinen Partikel setzen sich in den Luftwegen ab, die anschließend durch vier Aufnahmen mit einer speziellen Kamera sichtbar gemacht werden können. Jede Aufnahme dauert etwa zwei Minuten. Für eine gute Bildqualität ist es wichtig, während der gesamten Aufnahme still zu sitzen. Sie dürfen natürlich normal weiteratmen. Nach der Entwicklung der Aufnahmen werden die Ergebnisse direkt durch den untersuchenden Arzt mit Ihnen besprochen.

Vorbereitung

Wenige Minuten

Nebenwirkungen

Keine

Vorbereitung

Wenige Minuten

Dauer

25 Minuten

Nach­behandlung

Keine

Nierenfunktion

Die Nierenfunktionsszintigraphie ist eine nicht-invasive Methode, die Nierenfunktion insgesamt – wie auch der einzelnen Niere – zu beurteilen. Außerdem werden Informationen über die Durchblutung der Nieren und die Durchgängigkeit der ableitenden Harnwege gewonnen.

Anwendung

Zu Beginn der Untersuchung fordert man Sie auf, auf einer speziellen Liege in Rückenlage Platz zu nehmen. Nach der richtigen Positionierung der Kamera legt der untersuchende Arzt einen venösen Zugang in zwei verschiedene Armvenen. Über einen der beiden Zugänge injiziert er nun eine sehr geringe Menge eines radioaktiven Kontrastmittels in die Ader. Anschließend werden sofort sequenzielle Aufnahmen für die Dauer von 30 Minuten gemacht. Da die Aufnahmen über die gesamte Zeit laufen, müssen Sie währenddessen unbedingt still liegen.

Über den zweiten Zugang wird im Laufe der Untersuchung Blut abgenommen und je nach Bedarf ein harntreibendes Mittel eingespritzt. Genau nach 30 Minuten ist die Untersuchung beendet.

Durch spezielle Computerauswertungen können nicht nur wichtige Nierenfunktionsparameter errechnet, sondern es kann auch beurteilt werden, ob die abführenden Harnwege durchgängig sind.

Vorbereitung

Zu Hause sollten Sie schon 2–3 Gläser Wasser trinken. Bei Ankunft in unserer Praxis bekommen Sie zudem einen halben Liter Wasser, der innerhalb von 30 Minuten getrunken werden muss.

Dauer

30 Minuten

Nebenwirkungen

Das Kontrastmittel ist ungefährlich, daher sind Nebenwirkungen nicht zu erwarten.

Vorbereitung

30 Minuten

Dauer

30 Minuten

Nach­behandlung

Keine

Captopril-Renographie

Zum Ausschluss einer renalen Ursache von Bluthochdruck (Hypertonie).

Anwendung

Zu Anfang der Untersuchung wird Ihnen ein blutdrucksenkendes Medikament oral verabreicht. Danach finden in der kommenden Stunde regelmäßig Blutdruckmessungen statt. Anschließend fordert man Sie auf, auf einer speziellen Liege in Rückenlage Platz zu nehmen. Nach der richtigen Positionierung der Kamera legt der untersuchende Arzt einen venösen Zugang in einer Armvene, worüber eine sehr geringe Menge eines radioaktiven Kontrastmittels in die Ader injiziert wird. Anschließend erfolgen sofort 30 Minuten lang sequenzielle Aufnahmen der Nieren. Während dieser Zeit ist es erforderlich, unbedingt still zu liegen.

Durch spezielle Computerauswertungen können nicht nur wichtige Nierenfunktionsparameter errechnet, sondern zudem beurteilt werden, ob mögliche Ursachen für Bluthochdruck vorliegen. Ist dem so, wird zur Verifizierung die Untersuchung ohne blutdrucksenkendes Medikament wiederholt. Diese erfolgt aber erst nach Vereinbarung eines neuen Untersuchungstermins.

Vorbereitung

Eigene ACE-Hemmer (z. B. Captopril, Enalapril usw.) müssen drei Tage vor der Untersuchung vorübergehend abgesetzt werden. Fragen Sie diesbezüglich Ihren behandelnden Arzt, ob Sie ein solches Medikament einnehmen.

Dauer

30 Minuten

Nebenwirkungen

Durch das blutdrucksenkende Medikament kann es unter Umständen und in seltenen Fällen zu leichten Schwindelgefühlen oder Kopfschmerzen kommen. Nebenwirkungen von dem Kontrastmittel sind nicht zu erwarten.

Vorbereitung

Wenige Minuten

Dauer

30 Minuten

Nach­behandlung

Keine

Wächterlymphknoten-Markierung

Die Wächterlymphknotenszintigraphie dient der Lokalisierung des Wächterlymphknotens bei Melanom, Mammakarzinom und anderen Tumoren. Dieser Lymphknoten soll während der geplanten Brustoperation entfernt und histologisch untersucht werden. Wenn der Lymphknoten keine Tumorzellen enthält, kann ein vollständiges Entfernen sämtlicher Lymphknoten der Achselhöhle unter Umständen unterbleiben.

Anwendung

Nachdem Sie den Oberkörper frei gemacht haben, bittet man Sie, in Rückenlage auf einer Liege Platz zu nehmen. Nach einem kurzen Gespräch injiziert der untersuchende Arzt mit einer sehr dünnen Nadel eine kleine Menge eines radioaktiven Kontrastmittels in die Nähe des Tumors. Das Kontrastmittel muss danach etwa zwei Stunden einwirken, um zu dem Wächterlymphknoten zu gelangen. Hierbei ist es sinnvoll, die Brust leicht zu massieren. Nach zwei Stunden werden 2–4 Aufnahmen von Brust und Achselhöhle gemacht. Jede Aufnahme dauert genau fünf Minuten. In dieser Zeit sollten Sie unbedingt still liegen.

Wenn der Wächterlymphknoten sichtbar ist, wird dessen Lage für den Chirurgen auf der Haut eingezeichnet. Manchmal ist es erforderlich, dass Kontrastmittel nachappliziert wird oder dass zusätzliche Wartezeiten auftreten, bis der Lymphknoten gut zu sehen ist.

Vorbereitung

Keine

Nebenwirkungen

Keine

Vorbereitung

Wenige Minuten

Dauer

2 - 5 Stunden

Nach­behandlung

Keine